warum-fachwissen-nur-die-eintrittskarte-ist

Es gibt eine Erfahrung, die ich in Gesprächen mit Unternehmerinnen immer wieder höre. Sie klingt ungefähr so: „Ich bin fachlich wirklich gut. Ich liefere. Ich kenne meinen Bereich besser als die meisten. Und trotzdem geht der Auftrag, das Projekt, die Position an jemand anderen.“
Oder: Ich bin echt gut, aber bevor ich raus gehen kann muss ich noch diese eine Weiterbildung machen, dann verkauft sich mein Angebot wie geschnitten Brot.“

Beim Workshop WACHSE. WERDE. WIRKE. in den historischen Räumen der Internatsschule Institut Lucius wurde genau dafür der Satz gefunden, der es auf den Punkt bringt.

Ich durfte an diesem Abend durch das Programm führen. Als Mit-Moderatorin habe ich eine Perspektive, die sonst niemand im Raum hat: Ich sehe nicht nur die Bühne, ich sehe das Publikum. Ich sehe, wo genickt wird, wo es kurz still wird und wo jemand zum Stift greift. Dieser eine Satz hat getroffen. Fachwissen ist das Fundament. Wahrnehmung entscheidet.

Fiona Ruff, Partnerin bei HUNTING/HER HR-Partners, hat über 30 Jahre Führungserfahrung – in internationalen Konzernen ebenso wie im Mittelstand – und seit mehr als zwei Jahrzehnten aktives Engagement in internationalen Frauennetzwerken. Sie hat bereits gegründet und neu angefangen und alles hat sie weitergebracht.

Ihre Kernbotschaft: Reines Fachwissen ist die Basis. Aber darüber, wie man den nächsten Schritt macht, entscheidet die persönliche Wahrnehmung. Und – das ist der wichtige Teil – diese Wahrnehmung ist kein Zufall. Sie lässt sich gezielt steuern und weiterbringt uns dabei vor allem der Austausch mit anderen.

Über ihre drei Leitmotive wird ziemlich genau klar, was bewegt.

WACHSE – Mut schlägt Perfektionismus

Der Aufbruch beginnt außerhalb der Komfortzone. Nicht im perfekten Moment, denn auf den wartet man lange. „Make the move“ war ihr Stichwort dazu.

Und dann kam der Punkt, der mich als Netzwerkerin besonders gefreut hat: Tragfähige Beziehungen sind nicht nur Rückhalt für die Seele. Sie sind der Motor fürs Business, ob in der persönlichen Weiterentwicklung oder im verkauf. Starke Netzwerke sichern Sichtbarkeit und sorgen dafür, dass die eigene Expertise weiterempfohlen wird – oft lange bevor Aufträge oder Positionen überhaupt öffentlich ausgeschrieben werden.

Genau das ist der Grund, warum es diess Format und diese Netzwerkveranstaltungen vom BVMW mit Malu gibt.

WERDE – Wachstum braucht Strategie

Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht zufällig, sondern durch klare Positionierung und bewusste Entscheidungen. Die Fragen dazu: Wo will ich in drei Jahren stehen? In welche Projekte fließen Zeit und Geld wirklich gewinnbringend? Und damit auch der Fokus auf eine Zielgruppe sind maßgeblich für Erfolg und Ausgeglichenheit.

Wer den eigenen Mehrwert für die Zielgruppe auf den Punkt definieren kann, steuert das eigene Wachstum aktiv – statt nur zu reagieren unmd anderen Anbietern hinterher zu laufen.

WIRKE – Haltung und Sichtbarkeit

Die eigene Executive Presence bestimmt, wie Kompetenz beim Gegenüber ankommt. Der zentrale Saboteur dabei ist laut Fiona Ruff der Konjunktiv: Wer in Absichtsbekundungen und Relativierungen spricht, nimmt den eigenen Argumenten die Kraft.

Ein souveräner Auftritt lebt von ruhiger, klarer und sachlicher Expertise mit einer starken Haltung und gezielter Sichtbarkeit bei den entscheidenden Zielgruppen.

Die drei Fragen zum Mitnehmen

  1. Kannst du deinen Mehrwert in einem einzigen Satz formulieren?
  2. Welche konkrete Entscheidung bringt dich heute deinem Ziel näher?
  3. Wer sind deine wichtigsten Ansprechpartner – und für wen bist du es?

Drei Frauen, drei Wege

Theorie ist das eine. An diesem Abend standen drei Unternehmerinnen auf der Bühne, die genau das gelebt haben.

Tanja Hengst – „Es muss meins werden!“

Ehemalige Managerin in einem Großkonzern, Mutter von Zwillingen, mitten in der Elternzeit – als ihr Vater schwer erkrankte und verstarb. Statt zu zögern, traf sie eine mutige Entscheidung: Im Juni 2022 kaufte sie das Unternehmen ihrer Mutter ab und trat die Nachfolge im väterlichen Betrieb an, der Hengst Technik GmbH in Wölfersheim, als alleinige geschäftsführende Gesellschafterin.

Das Unternehmen ist auf präzise CNC-Zerspanung und individuelle 3D-Konstruktionen spezialisiert. Sie digitalisierte die Abläufe, schärfte das Markenprofil und baute das Leistungsportfolio konsequent aus. 2025 wurde sie dafür mit dem Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ ausgezeichnet.

Ihr Satz dazu: „Ziele können sich ändern – aber Aufgeben ist keine Option.“

Nadine Gehrke – vom Konzern zur eigenen Gründung

Mehr als zehn Jahre war sie in einer der weltweit größten Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig, zuletzt als Senior Managerin. Trotz des Erfolgs kam irgendwann die Frage: War das jetzt wirklich schon alles?

Sie kündigte ohne Sicherheitsnetz, nutzte eine Auszeit für Klarheit – und gründete ihre eigene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. BARNS, benannt nach ihrem Dackel. Heute berät sie Unternehmen in Rechnungslegung, Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie bei Systementwicklungen und Prüfungen.

Der schwierigste Teil war für sie nicht das Fachliche. Es war die Positionierungsphase. Plötzlich stand kein großer Konzernname mehr hinter ihr, sondern sie selbst als Unternehmerin.

Ich finde, das ist der Moment, den fast jede Gründerin kennt.

Im Interview gibt Nadine Gehrke Antworten, auf Fragen, die jede Unternehmerin begleiten.

Olivia Bickerle – „Herzblut. Das ist, was zählt.“

Sie gab nicht nur wichtige Impulse weiter sondern feierte an diesem Abend zehn Jahre Doggiepack-Hundefutter. Als Tierheilpraktikerin erlebte sie täglich, wie stark frische, ausgewogene Ernährung die Gesundheit von Hunden beeinflusst – und wie schwer sie im Alltag umzusetzen ist. Ihre Lösung waren frische Komplett-Menüs, entstanden in der eigenen Küche. Heute ist daraus eine Manufaktur mit sieben Mitarbeiterinnen geworden.

Ungeschönt war ihr Rückblick trotzdem: Bürokratische Hürden und strenge Behördenauflagen brachten sie in diesem Jahr an einen Punkt, an dem sie fast hingeschmissen hätte. Gehalten hat sie ihre Haltung – der Wille, kein leeres Versprechen zu verkaufen, sondern ein ehrliches Produkt. Und die Fähigkeit, Zweifel als Anlass zur Selbstreflexion zu nutzen statt als Stoppschild.

Der unscheinbarste Erfolgsfaktor des Abends

Statt der klassischen Vorstellungsrunde hatte jede Teilnehmerin einen vorbereiteten Steckbrief dabei. Darauf: Platz für die Visitenkarte und zwei Spalten – „Ich suche“ und „Ich biete“.

Auf einen Blick sichtbar, wo Synergien liegen. Simpel, schnell und wirksamer als die meisten Networking-Formate, die ich kenne.

Warum das für mich der Kern von WiBnet.org ist

Männer haben immer einen Fachmann parat, sie empfehlen was das Zeug hält. Frauen sollten sich da etwas abgucken und in Gesprächen und beim Austausch auch immer eine Fachfrau parat haben.

Genau deshalb gibt es diese Plattform. Nicht, weil Frauen zu wenig können. Sondern weil zu wenige wissen, was sie können und wir aktiv daran arbeiten sollten uns gegenseitig zu empfehen.

Wenn Fiona Ruff sagt, dass Expertise weiterempfohlen wird, bevor eine Position ausgeschrieben ist, dann heißt das: Empfehlung braucht Auffindbarkeit. Jemand muss an dich denken können. Und jemand muss dich finden können, wenn er an dich denkt.

Ein Abend wie dieser ist der Funke. Aber Wirkung entsteht dort, wo sie auch morgen noch sichtbar ist – in einem Profil, einem Interview, einer Website, die in drei Sätzen sagt, wofür du stehst.

Ich möchte Frauen sichtbar machen und veröffentliche regelmäßig Artikel und stelle Frauen vor. Mein Ziel ist es mehr Frauen in Führung zu bringen, mehr Erfinderinnen sichtbar zu machen und die Wirtschaft damit diverser aufzustellen. Hier befinden sich alle Interviews und die Unternehmerinnen, die bereits bei Wibnet.org teilnehmen.

Mach mit

Bei WiBnet.org kommst du zu Wort. Ich stelle dich und dein Unternehmen in einem Kurz-Interview vor – kostenlos und ohne weitere Verpflichtung. Das stärkt deine eigene Online-Präsenz, ist Netzwerk und Nachschlagewerk zugleich und gibt angehenden Gründerinnen die Vorbilder, die sie brauchen.

Beantworte einfach mindestens drei Fragen über das Formular. Den Rest mache ich.

Und die Frage zum Schluss, die an diesem Abend gestellt wurde: Kannst du deinen Mehrwert in einem einzigen Satz formulieren? Schreib ihn mir gern.
Solltest du deine Positionierung und deinen Auftritt schärfen wollen, dann melde dich gerne. Ich unterstütze dich und helfe dir dabei dein Potenzial zu entfalten. Mehr zu mir und meinem Angebot findest auf meiner Website.

Mehr zur Veranstaltung im Artikel des BVMW geschrieben von Annette Windus

Kornelia Exner ist eine profilierte Unternehmerin aus Florstadt, Gründerin von kexDESIGN (seit 2000) und engagiert sich leidenschaftlich für die Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen in der Wirtschaft. Besonders im Rahmen ihrer Arbeit mit der IHK Business Women, der Vollversammlung der IHK Gießen‑Friedberg und als Mit‑Gründerin des Arbeitskreises Unternehmerinnen legt sie großen Wert auf drei zentrale Schwerpunkte:

Strategische Sichtbarkeit

Gezielte Förderung des Online-Marketing statt wildes Rumposten.
Strategische Verlinkungen über WiBnet.org.

Netzwerke für Wachstum

Aktives Mitglied der Business Women IHK und Mit-Gründerin und Leiterin des Arbeitskreis Unternehmerinnen (AKU) der IHK Gießen‑Friedberg.

Gründen lohnt sich…

FrauenVorbildUnternehmen Einsatz am Frauentag und am GirlsDay um das Thema in den Fokus zu rücken, sowie aktive Unterstützung der Angebote des BMWE für Gründerinnen.

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